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Umsetzung Gefahrenkarte

Naturgefahren in Form von Hochwasser und Massenbewegungen (Rutschungen, Steinschlag und Hangmuren) gefährden weltweit Menschen, Sachwerte und Infrastrukturen. Auch in der Schweiz kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Schadenereignissen, im Kanton Zürich zu rund 80 Prozent durch Hochwasser und 20 Prozent durch Massenbewegungen. Die Kantone sind deshalb verpflichtet, Gefahrenkarten für Hochwasser und Massenbewegungen zu erstellen. In der Karte werden die Gebiete in verschiedene Gefahrenstufen eingeteilt. Die Gemeinden setzen die Gefahrenkarten in ihren Zuständigkeitsbereichen um und sorgen mit geeigneten Massnahmen für einen wirkungsvollen Schutz vor Naturgefahren. Bei der Umsetzung der Gefahrenkarten soll an erster Stelle das Schadenpotenzial für Menschen, Sachwerte und Infrastrukturen berücksichtigt werden, unabhängig von verschiedenen Gefährdungsstufen. Das heisst, es sollen primär diejenigen Gefahrenbereiche angegangen werden, in denen die grössten Schäden zu erwarten sind.

Die Baudirektion des Kantons Zürich hat die Gefahrenkarte Naturgefahren Thur erstellen lassen und im Oktober 2017 festgesetzt. Die Gemeinden müssen die festgelegten Gefahrenbereiche bei allen ihren raumwirksamen Tätigkeiten und planungsrechtlichen Festlegungen, insbesondere in der Nutzungsplanung berücksichtigen. Die Baubehörden müssen bei Bauvorhaben in der blauen (mittlere Gefährdung) oder in der roten (erhebliche Gefährdung) Gefahrenstufe die notwendigen Massnahmen im Baubewilligungsverfahren anordnen und der Baudirektion zur Genehmigung einreichen. Weiter müssen die Gemeinden die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer in den gefährdeten Gebieten in schriftlicher Form über ihre Gefährdungssituation sowie die weiteren Schritte in der Umsetzung der Gefahrenkarte informieren. Bei der Erarbeitung der Gefahrenkarten wurden die Situationen vor Ort angeschaut, die Schwachstellen ermittelt und Massnahmen vorgeschlagen. Die Gemeinden müssen nun eine Massnahmenplanung erstellen, der Baudirektion zur Stellungnahme einreichen und innert 10 Jahren umsetzen. Befinden sich Infrastrukturanlagen der Trinkwasserversorgung oder der Abwasserentsorgung in einem der Gefahrenkarte als gefährdet ausgewiesenen Gebiet, sind die erforderlichen Schutzmassnahmen anzuordnen und umzusetzen.

Die Massnahmenplanung ist von erheblicher Tragweite. Sie ist von einer versierten Stelle zu erarbeiten. Der Gemeinderat hat das Ingenieurbüro Ingesa AG, Andelfingen, damit beauftrag und den notwendigen Kredit von Fr. 13'600 bewilligt.